Schwarzmeerküste - Nepper Schlepper Bauernfänger
Ostmakler aus der DDR zocken in Bulgarien:
Immobilienfritzen zocken Investoren und kleine Anleger ab und setzen Millionen in den Sand - oft mit Hilfe von Gutachten von Notaren, Rechtsanwälten oder Wirtschaftsprüfern.
Der wirtschaftliche Vorteil klang schlüssig, der deutsche ( ostdeutsche ) Makler schien seriös, die geplante Rendite stimmte - Stefan Klaus (Name durch Redaktion geändert) gefielen der nette Mann mit der vertrauensvollen, feinen Stimme. Um seinen Lebensstandard im Alter zu sichern, hörte der Dipl.Ingeneur aus Göttingen auf seinen Berater und investierte schließlich einen sechsstelligen Betrag in ein Apartment in Varna.
Keine 2 Jahre später weiß Klaus, dass er aufs Kreuz gelegt worden ist, sein erschuftetes Vermögen hat er abgeschrieben. Weit über 50 Milliarden Euro haben Bundesdeutsche wie Klaus in den vergangenen acht Jahren in Immobilien und Fonds angelegt, vornehmlich in Immobilien und besonders in den neuen Bundesländern und Bulgarien. Ärzte, Anwälte, Architekten, oder Leute wie Thomas Gottschalk oder Grit Boettcher investierten. Selbst geringverdienende Menschen glaubten, Alternativen zum Sparen gefunden zu haben und wurden abgezockt.
Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) in Düsseldorf, die Standesorganisation, will nun in Zusammenarbeit mit der bulgarischen Justitz in Sofia und Varna und dem bulgarischen Anwaltsverband dem Treiben ein Ende bereiten. Fachleute rechnen damit, dass mit der strengen zukünftigen Verfolgung von unseriösen Praktiken 80% der Angebieter vom Markt verschwinden dürften - und mit ihnen windige Projektentwickler und Verkäufer.
Wichtigste Vereinbarung im 36-seitigen, gemeinsamen Entwurf der bulgarischen Staatsanwälte steht der neue IDW-Standard, die noch in diesem Jahr in Kraft treten sollen: Dadurch soll es möglich werden eine anonyme Telefonnummer anzurufen und dort ohne Angaben zur Person Angaben zu Abzockern machen zu können. Die Staatsanwaltschaft wird daraufhin in Ermittlungen gegen beteiligte Bauunternehmen, Projektbetreuer und Makler einsteigen und zwar nicht nur in großen Objekten, gerade auch kleine Objekte sind im Zielbereich. Das könnte verheerend werden für die notorischen Abzocker der Branche, vorallem sofern es Kläger gibt, die beweisen können was sie behaupten.
Der Griff zur Notbremse war lange überfällig, denn durch kriminelle Machenschaften litt der Ruf der in den vergangenen Monaten erheblich.

Bulgarien: Vom 2. Aufstieg zum Untergang
Im Befreiungskrieg 1184 gegen Byzanz entstand das 2. Bulgarische Reich, seine unglaubliche Geschichte endete 1396 mit den Türken.
Das Bogomilentum - genannt nach dem Ordensbruder Bogomil, das mit dem Zusammenbruch des 1. Bulgarischen Reichs gewachsen war, entwickelte sich unter der byzantinischen Herrschaft zu einer grossen Sekte. Es geht auf alte, dualistische Lehren aus Kleinasien zurück, die das Leben als steten Kampf zwischen Gut und Böse erklarten. Die Bogomilen empfanden die materielle Welt, einschließlich des menschlichen Körpers, die Welt des Teufels, ihr gegenueber waren der Himmel und die Seele des Menschen. In den bogomilischen Gemeinschaften gab es drei Arten von Mitgliedern: die "Vollkommenen", die als Gemeindeleiter ein asketisches Leben führen und auf alle materiellen Güter verzichten sollen, die "Gläubigen" und die "Zuhörer". Die unteren Raenge konnten durch spezielle Weihen in den jeweils höheren Rang aufsteigen.
Dass die Bogomilen in Bulgarien so starke Verbreitung finden konnten, bedingte sich durch die gesellschaftlichen Folgerungen, die aus den religiösen Lehren abgeleitet. Die Bogomilen lehnten nämlich die weltliche Herrschaft ab. diese waren entgegen ihrer Gewaltlosigkeit in Kriege und Fehden verwickelt und auch die hohe Geistlichkeit, der Reichtum und Ausbeutung der Bauern vorgeworfen wurde. In der gegen das Bogomilentum veroeffentlichten Schrift des bulgarischen Gelehrten Kosmas hiess es: Sie schmähen die Reichen, lehren ihre Anhänger, sich ihren Herren nicht zu fügen, hassen den Zaren, beschimpfen ihre Fuehrer: Sie glauben, dass die, die dem Zaren dienen wollen, vor Gott verhasst sind, und ermuntern jeden Sklaven, nicht für seinen Gebieter zu arbeiten. Deshalb verfolgten die Herrschenden das Bogomilentum. Vorallem auch von den Byzantinern. So entstanden auch patriotische Züge . Doch das behinderte die Sekte nicht an ihrer weiteren Verbreitung: zunächst in Bosnien und spaeter auch im Westen, die Patarener in Italien und die Katharer und Albigenser in Frankreich, zu einer Massenbewegung, die dann in Südfrankreich durch einen blutigen Kreuzzug vernichtet wurde. Die Bulgaren akzeptierten die byzantinische Herrschaft nicht widerstandslos. Im Jahre 1040 brach in Makedonien ein Aufstand unter der Anführung Deljans, dem Enkel des Zaren Samuil, aus. Nach anfänglichen Erfolgen zerbrach die Rebellion genauso zusammen wie 1072 die des makedonischen Bojaren Vojtech. Aufstände in Donau Bulgarien wurden im Keim vernichtet. Zur Fremdherrschaft kamen die grossen Leiden und Entbehrungen, die die Bulgaren durch die Ueberfaelle der Petschenegen und die Übergriffe der passierenden Kreuzzugsheere zu erleiden hatten.
Erst die Schwäche des Byzantinischen Reichs, das sich gegen die türk. Seldschuken im Osten, die über das Meer vordringenden Normannen und die Ungarn wehren musste, ermoeglichte die erfolgreiche Erhebung, die 1185 von Turnovo im Nordosten Bulgariens ihren Ausgang nahm. An der Fuehrung standen die Bojaren Assen und Peter. Nach vielen Kämpfen, in denen Assen aus dem Turk-Reitern der Kumanen ein Heer aufbaute, musste ihnen Kaiser Isaak II. Angelos die Herrschaft über Donaubulgarien ueberlassen. Danach besiegte Assen auch Sofia, der jüngste Bruder, Kalojan, nahm den Griechen die Schwarzmeerküste und Teile Thrakiens und Makedoniens . Nachdem 1204 sah sich Bulgarien den "Franken" als einem neuen Feind konfrontiert. Bei Adrianopel wurde der erste "lateinische" Kaiser, Balduin von Flandern, geschlagen, und das Bulgarische Reich wuchs zu neuer Größe und Macht . Es reichte vom Schwarzen Meer bis zur Adria und zur Ägäis. Eine Inschrift Zar Assens II. in der 40-Märtyrer-Kirche in der Königsstadt Turnovo verkündet : Nur die Städte um Konstantinopel und diese Stadt selbst beherrschten die Franken. Aber auch diese unterwarfen sich unter die Hand meines Zarentums. Als die Byzantiner 1261 die Lateiner vertrieben hatten, waren die Bulgaren ihre Verbuendeten. Die von ihnen 1204 geschlossene Union mit der Römischen Kirche - dafuer wurde Zar Kalojan der Königstitel verliehen - hatte damit ihr Ende, die Bulgaren blieben orthodox. Die Unterdrückung der Bauern durch Adel und die Schwächung der Zarenmacht durch Bojaren hatten 1277 einen Bauernaufstand zur Folge. Dessen Anführer Ivailo, ein Schweinehirt, besiegte das Heer des Zaren Konstantin Assen und setzte sich mit der Heirat von dessen Witwe die Krone Bulgariens auf.
Dann sah er sich bald in einen 2frontenkrieg verwickelt: Von Norden fielen die Tataren ins Land, von Süden rückte Kaiser Michael VIII. Paläologos vor, um unter dem Vorwand, wieder rechtliche Verhältnisse zu schaffen , Bulgarien zu unterwerfen. Der Bauernzar flüchtete zu den Tataren und wurde dort ermordet.
Die vielen Unruhen und die Machtkämpfe der Territorialen Herren schwächten die königliche zentrale Gewalt zunehmend. Zum Ende des 13. Jahrhunderts war Bulgarien zeitweilig ein tatarischer Vasallenstaat. Noch einmal erlebte Bulgarien eine Zeit des Friedens. Dann erwuchs das Land im wachsenden Serbischen Reich ein gefährlicher Gegner, Makedonien wurde an die Serben verloren. Am Ende der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts war Bulgarien in mehrere Fürstentümer zerfallen, in denen selbstherrliche Herrscher regierten, in Makedonien riss nach dem Tod des Serbenkaisers Duschan ein König Marko die Macht an sich, und in Turnovo beanspruchte Schischman , weiterhin Zar von Bulgarien zu bleiben.
Dem Balkan nahte in den Osmanen eine tödliche Gefahr, doch die mehr und mehr bedrohlicher werdenden türkischen Angriffe hatten kein dauerndes Zusammenrücken von Serben, Bulgaren und Griechen und kein Ende der inneren Kriege zur Folge. So konnten die Türken auf europäischem Boden Fuß fassen.
1389 wurden die Serben auf dem Amselfeld trotz Murads Schlachtentod vernichtend geschlagen. Murads Sohn Bajazet I. wandte sich nun gegen das Reich von Turnovo. 3 Monate lang wehrten sich die Bulgaren gegen die Einnahme ihrer Königsstadt, doch am 17. Juli 1393 fiel Turnovo in die Hände der Türken.
Noch erhofften sich die Bulgaren vom Ungarnkönig Sigismund - des späteren Kaisers (aus dem Hause Luxemburg) - gegen den Sultan Befreiung, und in der Tat wurden die Türken zunächst vertrieben. Aber dann verlor Sigismund 1396 bei Nikopol die Entscheidungsschlacht. Danach folgten 500 Jahre Herrschaft der Tuerken. Unter dieser Fremdherrschaft leidet das Land bis in die heutige Zeit. Die Staedte, vorallem Sofia und Varna fanden lange Zeit nicht zu ihrem Selbstbewusstsein zurueck. Nun aendert die Geschichte ihren Lauf und Bulgarien wird sich wieder zur Bluete entwickeln. Es lebe Bulgarien!
ich hoffe die räumen auf!
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