Positive Überraschungen im libyschen Krankenschwestern-Prozess

Seit sieben Jahren entsetzt die bulgarische Bevölkerung das Schicksal von sieben in Libyen in Untersuchungshaft sitzenden Krankenschwestern aus Bulgarien. Sie wurden unter dem Vorwurf festgenommen, in einem libyischen Kinderkrankenhaus als Agentinnen westlicher Geheimdienste AIDS unter den jungen Patienten verbreitet zu haben. Unter Folter gestanden sie und wurden zum Tod durch Erschießen verurteilt.
Das juristische Tauziehen dauert nun schon sieben Jahre an. Die Mehrheit der Libyer glaubt offenbar nach wie vor an die Schuld der Krankenschwestern, obwohl sogar der Entdecker des AIDS Viruses im Zeugenstand die Ursache für die Infektion der Kinder auf die schlechten Voraussetzungen im Krankenhaus zurückführte, auf die die Krankenschwestern keinen Einfluss hatten.
Die Libysche Regierung will gegenüber ihrer Bevölkerung nicht zugeben, dass die Ursache der Epidemie in der schlechten medizinischen Infrastruktur liegt. Sie hat sich daher die Bulgarinnen als Sündenböcke ausgesucht und sich des Feindbildes USA und Israel bedient. Die Krankenschwestern seien nämlich Agentinnen der CIA und Mossad gewesen. Nach sieben Jahren zurückzuruden, fällt der sich an den Westen annähernden Regierung schwer. Vor allem, weil nach wie vor die Eltern der infizierten Kinder auf den Straßen von Tripolis für die Erschiessung der Bulgarinnen demonstrieren.
Nur die bulgarischen Frauen und ein Arzt sind seit 7 Jahren in Haft. Alle Libyschen Verdächtigen wurden schon vor Jahren freigelassen. Auch die Gefängnisswärter, die die Verteidiger der Bulgarinnen wegen Folter und Vergewaltigung angezeigt hatten, wurden in einem späteren Prozess freigesprochen.
Die Inhaftierung und die Folter der Bulgarinnen sind im Ausland auf nur wenig Interesse gestoßen. In Bulgarien wird am Schicksal der Krankenschwestern dagegen rege Anteil genommen. Aber alle Bemühungen von offizieller und inoffizieller Seite um Freilassung blieben bisher erfolglos. Zwar hat das Oberste Gericht Libyiens das Todesurteil aufgehoben und den Prozess an das Gericht zur Neuverhandlung zurückverwiesen. Auch ist die Verteidigung guter Dinge, dass die Krankenschwestern auf Kaution bald freikommen. Ob sie jedoch nach Bulgarien ausreisen dürfen, weiß niemand. In Libyien werden sie ihres Lebens nicht sicher sein. Das Trauma aus Folter, Vergewaltigung und jahrelanger Haft unter menschenunwürdigen Bedigungen wird sie und ihre nächsten Angehörigen für immer verfolgen.
Alle Deutschen in Bulgarien rufen wir zur Solidarität mit den bulgarischen Krankenschwestern auf. Schreiben Sie an die deutsche Bundesregierung und bitten Sie um Unterstützung, damit die Krankenschwestern endlich frei kommen!

Wir unterstützen Ihre Aufruf!
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